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Chica Weltenbummlerin

Chicas Leben

Ich war „Chica, die Weltenbummlerin“, geboren am 25.11.2001 von meiner Mama Botcha, bestens betreut von meiner Ziehmama Manu. Und dann, im Feber 2002 kamen Herrchen Peter und Frauchen Elfi mit ihrem Wohnmobil – das war der Beginn meiner Karriere als „Reiseleiterhund“. Doch vorerst musste ich daheim, nahe von Salzburg, durch eine beinharte Schule: Da gab es 2 echte Bestien, Wang und Wung, die beiden chinesischen Laufenten. Die stürzten sich sofort auf mich Welpen und zeigten mir sehr deutlich, WER hier Chef im Hause ist. Und erst das Riesentier, das mich gleich jagte: Ein Pferd namens Sir Nelson. Und dann der alte Nachbarschäferhund Rambo, so ein Grobian!

Nun, ich hab ja alles überstanden und war nach einigen Monaten cool genug, Elfi und Peter fast 12 Jahre zu begleiten: Von Marokko bis Estland, von Kurdistan bis St. Petersburg, ob nach Tunesien oder in die Ukraine – es gibt nicht viele weiße Flecken auf der Karte; eigentlich überhaupt keine.

 

Und das Schöne an all diesen Reisen war, dass ich fast immer frei laufen durfte. Weil: Ich war wohl immer etwas stur, habe aber immer in letzter Konsequenz richtig entschieden: Zu den kleinsten Kindern war ich besonders lieb, sie durften sogar mit mir auf meiner Decke liegen. Und überhaupt: Ich liebte alle meine Menschen, reiste ich doch vorwiegend im Rudel von 20 bis 50 Personen. Trotzdem: Als ein fremder Mensch in Pompej glaubte, in mein Reisemobil einsteigen zu müssen, hab ich ganz schön zugeschnappt und erst ausgelassen, als Peter auf das Gezeter hin zum Auto kam. Das war toll! Nicht einmal die Carabinieri haben geschimpft, einer hat mich sogar „Bella“ genannt. Dabei war ich – so nebenbei – ausgebildeter Therapiehund vom Verein „Tiere als Therapie“ – sollte eigentlich immer sehr freundlich sein. Aber: Ausnahmen bestätigen nun einmal die Regel!

 

Und auch sonst gab es immer tolle Abwechslung – ich hab oft vor Kirchen oder Museen alleine gewartet (natürlich nicht angeleint – man weiß ja nie, wer so daherkommt) und hin und wieder für Stau im Eingangsbereich gesorgt, wenn sich Ängstliche an mir nicht vorbeitrauten, in Polen etwa. Oft gab es aufregende Partys mit ganzen Rudeln von Streunern, auf der Krim oder in der Türkei – da hab ich mich immer durchgesetzt. Sogar bei den riesigen Kangals in Ostanatolien (OK, OK – ich gestehe – da werden nur Rüden als Hirtenhunde verwendet und die waren ganz hingerissen von mir; hübsch war ich ja …).

 

Dazwischen waren wir natürlich auch mal daheim – da ging es auch recht locker zu: Ich begleitete meine Familie beim Ausreiten, auf Schitouren oder beim Radfahren. Und passte natürlich auf Haus und Garten auf. Da kannte ich nix – Fremden war der Eintritt ohne Einladung nicht anzuraten, schließlich war ich sehr revierbewusst. Nur Vogelbabys waren im Garten erlaubt – hin und wieder sind sie aus dem Nest gefallen. Da hab ich sie ganz schön vor der Nachbarkatze Sheila beschützt und sicherheitshalber Herrchen gebracht – die Vögel, leider nicht die Katze!

 

Jaja – so sind fast 12 Jahre viel zu rasch vergangen. Dabei hat Herrchen immer gesagt „Mausi, du wirst sicher 15. Mindestens“. Das war halt so seine Wunschvorstellung – aber nicht realistisch. Leider.

 

Dann kam der 26. August 2013. Es war auf meiner letzten Reise, retour aus Albanien. Wir waren auf einem Campingplatz in Kroatien direkt am Meer. Herrchen saß neben mir, hat mich gestreichelt und in seinen Armen gehalten – wie so oft in unserer schönen Zeit …

Ich hab aufs Meer geschaut, das leise gerauscht hat, ein herrlicher Abend und es wurde langsam ganz finster ……

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